Wo liegt der höchste Weingarten und welche Rebsorte trotzt dort Wind und Wetter? Wo wird es schwindelerregend steil und auf welchem Boden wachsen dort die Reben? Der digitale Weinatlas... Mehr lesen ...
Typisches Krankheitsbild bei einer Weißweinsorte: vergilte und nach unten eingerollte Blätter. © Daniel Pachinger/LK Burgenland
Die Goldgelbe Vergilbung zählt zu den gefährlichsten Rebenkrankheiten Europas. Im Burgenland und in der Steiermark sowie in den Nachbarstaaten Tschechien und Slowakei hat sich die Goldgelbe Vergilbung bereits massiv ausgebreitet.
Aufgrund dieser Entwicklung wurden in Niederösterreich bereits in den vergangenen Monaten umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Dazu zählen insbesondere die Eindämmung der Amerikanischen Rebzikade als Überträger der Goldgelben Vergilbung, die in Teilen Niederösterreichs heuer verpflichtend durchzuführen war. Zudem wurden klare rechtliche Vorgaben für das Auftreten der Goldgelben Vergilbung festgelegt, die u.a. eine Pflicht zur Rodung symptomtragender Reben auf der betroffenen Fläche umfassen. Mit dem nun bestätigten Nachweis haben die zuständigen Behörden die gesetzlich vorgesehenen Maßnahmen eingeleitet. Die Landwirtschaftskammer NÖ steht in engem Austausch mit den Betrieben und unterstützt diese mit fachlicher Beratung bei allen notwendigen Schritten.
„Der erstmalige Nachweis der Goldgelben Vergilbung in Niederösterreich ist ein ernstes Signal für unseren Weinbau. Wir haben uns gemeinsam mit dem Land Niederösterreich frühzeitig und intensiv auf diesen Ernstfall vorbereitet. Jetzt zählt rasches und konsequentes Handeln. Jeder entfernte befallene Rebstock und jede umgesetzte Maßnahme hilft, die weitere Ausbreitung einzudämmen und unseren Weinbau zu schützen“, betont Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ.
Verdachtsfälle sofort melden
Entscheidend ist nun die Mithilfe aller, die Reben besitzen – vom Weinbaubetrieb bis zum einzelnen Rebstock im Privatgarten. Denn jeder einzelne infizierte Rebstock kann zur weiteren Verbreitung der Krankheit beitragen. Die Landwirtschaftskammer NÖ appelliert daher an alle Besitzer von Reben: Rebstöcke aufmerksam auf Symptome kontrollieren und jeden verdächtigen Rebstock sofort melden bzw. symptomtragende Reben roden.
„Wir können die Krankheit nicht direkt bekämpfen, aber wir können ihre Ausbreitung bremsen. Dafür müssen jetzt alle zusammenarbeiten. Je früher verdächtige Rebstöcke erkannt und gemeldet bzw. gerodet werden, desto größer ist unsere Chance, größere Schäden für den niederösterreichischen Weinbau zu verhindern“, so Schmuckenschlager.
Der Verdacht auf Goldgelbe Vergilbung ist meldepflichtig. Verdächtige Rebstöcke müssen daher umgehend gemeldet werden. Das gilt in ganz Niederösterreich.
Kontakt für Verdachtsmeldungen: Landwirtschaftskammer Niederösterreich, Referat Wein- und Obstbau, Tel.: 05 0259 22200. Weitere Informationen auf: noe.lko.at/rebzikade