Die Vereinbarung sieht die Abschaffung von 99 % aller aktuell bestehenden Zölle vor und soll unter anderem den Zugang der EU zu kritischen Rohstoffen wie Lithium verbessern. Die EU verspricht sich zudem eine Steigerung der Exporte nach Australien um 33 % innerhalb der nächsten zehn Jahre – dies soll vor allem den Maschinen- und Mobilitätssektor betreffen.
Die Interessenvertretung der europäischen Weinunternehmen (CEEV) begrüßte das geplante Abkommen und betonte die verbesserten Bedingungen für den Export nach Australien durch die Streichung der bei Wein aktuell 5 % betragenden Exportzölle. Australien ist momentan der elftgrößte Exportmarkt für Weine aus der EU mit einem Exportwert von jährlich rund 300 Millionen Euro – etwa die Hälfte davon entfällt auf Schaumwein. Als besonders positiv bewertet der Verband die Anerkennung geschützter Herkunftsbezeichnungen auf dem australischen Markt, was im Weinbereich mehr als 1.500 europäische geographische Angaben betrifft. Ein Kompromiss wurde beim „Prosecco“ beschlossen: Australische Produzenten sollen diesen weiterhin unter dem in der EU eigentlich geschützten Namen produzieren, jedoch künftig nicht mehr exportieren dürfen.
Copa Cogeca, der europäische Verband der landwirtschaftlichen Betriebe, sieht das geplante Abkommen kritisch. Dieses würde die europäische Landwirtschaft weiter unter Druck bringen – die vorgesehenen Schutzmechanismen seien nicht effektiv und die EU-Außenhandelspolitik mittelfristig nicht nachhaltig.
EU-Kommission: Informationen zum Freihandelsabkommen mit Australien