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Das sind die Hofheldinnen 2026: Antonia Krenn, Theresia Wild, Barbara Maierhofer, Andrea Posch, Julia Kuchlbauer, Elisabeth Kohl sowie die Siegerin des Ehrenpreises „Die Mutige“ Anne Hütter-Grießbacher mit ihren Gratulantinnen und Gratulanten. © LK Steiermark/Fuchs

Innovationsgeist und Unternehmertum

Landwirtschaftskammer Steiermark kürt Hofheldinnen

Ein Artikel von Redaktion | 22.10.2026 - 15:45

Mit Fachwissen, Innovationsgeist und unternehmerischem Engagement sollen die „Hofheldinnen“ zeigen, wie vielfältig und zukunftsorientiert moderne Landwirtschaft heute ist. Für den Titel der „Bäuerlichen Unternehmerinnen 2026“ bewarben sich insgesamt 32 Landwirtinnen, 19 stellten sich schließlich einer Jury.

Gewinnerin „Diversifizierung“: Andrea Posch

Die Quereinsteigerin Andrea Posch aus Pischelsdorf bei Weiz bewirtschaftet mit ihrem Mann Andreas das Weingut mit Buschenschank „posch. Wein gut zum Lesen“, wo Weinetiketten Geschichten erzählen und Lesungen im Weingarten neue Gäste anlocken. Andrea Posch hat sich ihren Platz am Betrieb erarbeitet und dem „Wein gut zum Lesen“ ihre Handschrift verliehen.

Neben der klassischen Brettljause finden sich vegane Spezialitäten auf der Speisekarte. Alkoholfreie Traubensaft-Kreationen und Wermut ergänzen das Weinangebot. 2017 entschlossen sich Andrea und ihr Mann, ihren Buschenschank der Familie zuliebe sonntags nicht mehr zu öffnen. „Nur wenn du dir bewusst freie Stunden gönnst, hast du Kraft zum Arbeiten“, so die zweifache Mutter.

Ideen brauchen Mut, aber auch Ausdauer. Nicht jede davon funktioniert auf Anhieb. Sie ist überzeugt, dass Frauen sich viel öfter etwas zutrauen sollten. Als Hofheldin zeigt sie, dass Veränderung oft mit einer einfachen Frage beginnt: „Warum machen wir es nicht anders?“

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Andrea Posch vom Weingut mit Buschenschank „posch. Wein gut zum Lesen“ wurde als Hofheldin der Kategorie Diversifizierung ausgezeichnet. © Rene Strasser

Finalistin „Diversifizierung“: Elisabeth Kohl

Am Weinhof und Feiergut F. Kohl in Großwilfersdorf zeigt sich durchgehend die Handschrift von Elisabeth Kohl. Die 30-Jährige übernahm den Betrieb heuer gemeinsam mit ihrer Schwester Katharina – schon in den vergangenen Jahren hat sie ihn mit Respekt vor den Wurzeln und Lust auf neue Ideen aufgefrischt.

Als der Weinabsatz bei den Gastronomiekunden im Zuge der Pandemie einbrach, nutzten die Schwestern die Krise als Chance und etablierten einen Pop-up-Buschenschank mit Feinschmeckerturm, Schweinsbraten-Wrap und Rosé-Wermut. Von manchen wurden sie belächelt, heute kommen die Gäste genau deswegen. „Wenn alle das Gleiche machen, entwickelt sich niemand weiter.“

Die Winzerin lernte in Silberberg sowie im Weinkolleg Krems, amtierte zwei Jahre als Steirische Weinhoheit und ist nun im Vorstand der Winzer Vulkanland tätig. Elisabeth Kohls Rat an junge Frauen: „Bleib kreativ. Lass dir deinen Wert nicht absprechen. Geh deinen Weg.“ Das F in der Marke „F. Kohl“ stand einst für Franz – heute steht es für Familie.

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Elisabeth Kohl vom Weinhof und Feiergut F. Kohl wurde als Finalistin in der Kategorie Diversifizierung geehrt. © Ulrich Dunst

Ehrenpreis „Die Mutige“: Anne Hütter-Grießbacher

Die 35-jährige Winzerin und „Weinblüten“-Mitgründerin Anne Hütter-Grießbacher vom Weingut Anne Grießbacher aus St. Anna am Aigen beeindruckte die Jury mit dem Mut, nach schweren Prüfungen des Lebens nach vorne zu schauen – mit vielen Ideen und ungebrochenem Unternehmergeist.

Gemeinsam mit ihrem Mann Robert entwickelte sie den gemischten Nebenerwerbsbetrieb ihrer Eltern zu einem erfolgreichen Weingut und gemeinsamen Lebensprojekt weiter. Nach dem Tod ihres Mannes stand sie vor der Entscheidung: den sicheren Beruf als Weinbauberaterin behalten oder ganz auf den eigenen Betrieb setzen? „Mein Herz hat ganz klar für den Betrieb geschlagen. Ich glaube fest daran, dass die schwersten Prüfungen nicht das Ende bedeuten müssen“, so die Mutter eines Sohnes.

Mit ihrem Betrieb wächst sie jeden Tag an neuen Aufgaben. Traktorfahren war für sie nie eine Herausforderung. Das Warten und Einstellen der Maschinen hingegen schon. „Zuerst probiere ich es alleine. Und wenn ich wirklich nicht weiterweiß, scheue ich mich nicht, um Hilfe zu fragen. Man lernt schließlich nie aus.“

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Anne Hütter-Grießbacher vom Weingut Anne Grießbacher erhielt den Ehrenpreis „Die Mutige“. © Jasmin Andres