Die neue Direktorin der Weinbauschule Eisenstadt ist seit 2010 als Lehrerin und Erzieherin an der burgenländischen Weinbauschule tätig. Sie wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf und absolvierte die HBLFA Francisco Josephinum in Wieselburg sowie die berufspädagogische Akademie in Ober St. Veit. Weitere Erfahrungen sammelte Julia Mainx etwa im Natur- und Umweltschutz, als Jagd- und Waldpädagogin, als Naturmediatorin und Imkerin sowie mit Weiterbildungen in Bereichen wie Permakultur und Kräuterpädagogik. Zudem betreibt sie eine eigene kleine Hobby-Landwirtschaft.
„Die Landwirtschaft steht vor großen Veränderungen – und damit auch die Ausbildung“, so die neue Direktorin. „Unsere Aufgabe ist es, junge Menschen fachlich fundiert und möglichst praxisnah auf diese Veränderungen vorzubereiten. Dazu gehört für mich nicht nur Wissen über Produktion und Betriebsführung, sondern auch ein Verständnis für Boden, Natur, Ressourcen und die wirtschaftlichen Zusammenhänge eines landwirtschaftlichen Betriebs. Gleichzeitig entstehen durch die neuen Anforderungen auch neue berufliche Möglichkeiten – etwa im Klima- und Naturschutz, in der Landschaftspflege oder in Naturparken und Nationalparks. Landwirtschaft und Naturschutz sind dabei kein Widerspruch, sondern können sich gegenseitig ergänzen.“
Landwirtschaftliche Fachschulen sollen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet werden
Mit AgriNEXT startet das Land Burgenland zudem einen Weiterentwicklungsprozess für die landwirtschaftlichen Fachschulen in Güssing und Eisenstadt. Ziel ist es, die bestehenden Bildungsangebote zu evaluieren und an künftige Herausforderungen wie Klimawandel, Nachhaltigkeit und innovative Produktionsformen anzupassen. Wissenschaftlich begleitet wird das rund einjährige Projekt von der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien. In den Prozess sind die Bildungsdirektion, Schulleitungen und Lehrkräfte, Schüler, Absolventen, landwirtschaftliche Betriebe, Interessenvertretungen und weitere Experten eingebunden, die ihre Perspektiven einbringen sollen.
„Mit AgriNEXT wollen wir unsere landwirtschaftlichen Fachschulen zukunftsfit machen. Am Ende sollen konkrete Handlungsempfehlungen stehen, mit denen wir die Schulstandorte gezielt weiterentwickeln können“, so die Initiatorin und Agrarlandesrätin Anja Haider-Wallner. „Die jungen Menschen von heute sind die Landwirtinnen und Landwirte von morgen. Sie brauchen das Wissen und die Fähigkeiten, um Böden fruchtbar zu halten, Ressourcen sorgsam einzusetzen und Landwirtschaft auch unter den Bedingungen des Klimawandels erfolgreich zu betreiben.“