OIV-BERICHT ZUM WEINJAHR 2025

Produktion, Konsum und Handel rückläufig

Ein Artikel von Redaktion | 18.05.2026 - 18:25

Die weltweite Rebfläche ging das sechste Jahr in Folge zurück und belief sich im Jahr 2025 auf 7 Mio. ha (–0,8 % gegenüber dem Jahr 2024), da die wichtigsten Weinbauländer auf beiden Hemisphären ihre Rebflächen an die Marktbedingungen anpassen. Dabei ging die Rebfläche in der EU um 1,6 % auf 3,2 Mio. ha zurück (45 % der weltweiten Fläche). Die Reduktion ist vor allem auf Rodungen in Frankreich (–4,4 % auf 3,2 Mio. ha) und Spanien (–1,3 % auf 0,92 Mio. ha) zurückzuführen. Die Fläche der anderen EU-Länder blieb weitgehend stabil. Zuwächse gab es in Indien (+2,1 % auf 197.000 ha) und Brasilien (+9,6 % auf 91.000 ha).

Die weltweite Weinproduktion wird für das Jahr 2025 auf 227 Mio. hl geschätzt, was leicht über dem historischen Tiefstand von 2024 liegt (+0,6 %). Klimatische Schwankungen wirkten sich weiterhin auf die Produktion in vielen Regionen aus. Zudem wurde die Produktion in einigen wichtigen Regionen durch Entscheidungen zur Reduzierung der Kapazitäten beeinträchtigt. Extremwetterereignisse zählen zu den weiteren wichtigen Faktoren. Spätfröste, übermäßiger Regen und lange Trockenperioden reduzierten die Erntemengen in einigen Hauptanbauregionen. In Italien, dem größten Weinproduktionsland, blieb die Weinproduktion weitgehend stabil (+0,7 %), jedoch um 4,1 % unter dem fünfjährigen Durchschnitt. Frankreichs Produktionsmenge sank geringfügig und liegt wie bereits im Vorjahr rund 15,5 % unter dem Fünfjahresmittel. Das drittgrößte Weinproduktionsland Spanien lag im Vorjahr mit knapp 29 Mio. hl um 7,7 % unter dem Jahr 2024 und 17 % unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Der weltweite Weinkonsum wird für das Jahr 2025 auf 208 Mio. hl geschätzt, was einem Rückgang von 2,7 % gegenüber 2024 entspricht. Dies spiegelt die kombinierten Auswirkungen langfristiger struktureller Veränderungen in „reifen Märkten“, eines sich wandelnden Verbraucherverhaltens und des jüngsten wirtschaftlichen Drucks auf die Kaufkraft wider. Auf die EU entfielen im Vorjahr rund 100 Mio. hl bzw. 48 % des weltweiten Weinkonsums (–3,1 % im Vergleich zum Vorjahr bzw. –6,9 % im 5-Jahres-Mittel). Für die EU-Länder mit dem höchsten Weinverbrauch zeigten sich im Vergleich mit 2024 weitgehend rückläufige Zahlen: –3,1 % in Frankreich, –9,4 % in Italien und –4,3 % in Deutschland.

Das Volumen des weltweiten Weinhandels liegt weiterhin deutlich über dem Niveau vor der COVID-Pandemie, obwohl die weltweiten Weinexporte im Jahr 2025 auf 94,8 Mio. hl zurückgingen (–4,7 %) und der Exportwert auf 33,8 Mrd. Euro sank (–6,7 %). Insgesamt zeigten zehn der zwölf größten weinexportierenden Länder einen Rückgang der exportierten Menge im Vergleich zu 2024. Der durchschnittliche Exportpreis sank um 2,1 % auf 3,56 Euro pro Liter. Der Rückgang des Handelsvolumens spiegelt die schwächere weltweite Nachfrage und die zunehmende Unsicherheit wider, die mit der Zollpolitik und den allgemeinen Handelsspannungen zusammenhängt. Insbesondere gingen die US-Weinimporte auf 5,5 Mrd. Euro zurück, was einem Rückgang von 12 % gegenüber 2024 entspricht. Trotz dieses Rückgangs bleibt der Anteil des weltweit gehandelten Weins weiterhin hoch (46 %).

Der vollständige OIV-Bericht zum Weltweinbau im Jahr 2025 findet sich hier: OIV State of the World Wine Sector 2025