Im April beginnt die Agrarstrukturerhebung der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich durch die Statistik Austria. Die Weingartengrunderhebung betrifft alle Weinbaubetriebe des Landes und ist... Mehr lesen ...
Nach rund zweijähriger Bauzeit wurde Mitte April das neue Zentrum Wein und Obst (ZWO) an der HBLA und Bundesamt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg neben dem Hauptgebäude feierlich eröffnet.
Hinter dem Investment von rund 25 Mio. € steht das Landwirtschaftsministerium, die Umsetzung lag in der Hand der Bundesimmobiliengesellschaft BIG. Trotz einiger Tücken während des Baues konnten – so Geschäftsführer Gerald Beck – sowohl der Zeit- als auch der Finanzierungsplan eingehalten werden.
In seinen Eröffnungsworten drückte Direktor Reinhard Eder seine Freude darüber aus, schließlich seien die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwierig. Der Verlust des Götzhofes nach 60 Jahren als Standort für die Rebzüchtung habe in der Planungsphase kurzfristig für Adaptionen gesorgt. Doch aus heutiger Sicht sei etwas Besseres entstanden, erklärte Eder.
Stärkung des Standorts – Investition in Zukunft
Eröffnet wurde das innovative Gebäude von Bundesminister Norbert Totschnig, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager. Für Totschnig werde mit dieser Investition der traditionsreiche Bildungs- und Forschungsstandort nachhaltig gestärkt. „Die HBLA Klosterneuburg ist schon jetzt weltweit führend im Bereich der modernen Forschung und Lehre im Weinbau. Mit dem neuen Zentrum Wein und Obst wird der Standort weiter gestärkt und in die Zukunft der heimischen Obst- und Weinbranche investiert. „Wein wird auch noch in hundert Jahren getrunken werden“, schloss Totschnig. Landeshauptfrau Mikl-Leitner betonte in ihren Worten den laufenden Transformationsprozess in der Wirtschaft. „Um das zu schaffen, braucht es Investitionen. Wir glauben an die Zukunft des Wein- und Obstbaus.“
Weinbaupräsident Schmuckenschlager berichtete von den aktuellen Herausforderungen am Markt (Konsumflaute) und stellte einen einfachen Lösungsansatz in den Raum: „Mehr Prosten statt Posten“.
Vielfältige Nutzungen möglich
Das neue Multifunktionsgebäude am Schulstandort besteht aus insgesamt fünf Geschoßen mit sehr differenzierten Nutzungsmöglichkeiten, vier davon in konstruktiver Holzbauweise. Auf dem Dach des Neubaus befindet sich ein modernes Forschungsglashaus mit außenliegendem Sonnenschutz. Sechs Abteilungen mit unterschiedlichen Klimazonen ermöglichen moderne Forschungsarbeit an Rebenzüchtungen, Pflanzenschutz und biologischer Landwirtschaft. Im Erdgeschoß wird ein öffentlich zugänglicher Ab-Hof-Verkaufsbereich für Obst und Weinprodukte zu finden sein. Zusätzlich befindet sich in dem Gebäude eine Turnhalle mit Zuschauertribüne, die auch als Fest- und Veranstaltungssaal genutzt werden kann. Weitere Unterrichts-, Labor- und Büroräumlichkeiten, ein Weinlager, Präsentationsräume sowie eine Garage und Technikräume im Untergeschoss komplettieren das Gebäude.
Turnsaal als Forschungsbühne
Zur Eröffnungsfeier waren zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Weinwirtschaft geladen. Der neue Turnsaal fungierte als Fest- und Vortragssaal. © W. Kaltzin
Nach einer Führung der Ehrengäste durch das Haus wurde der Turnsaal sogleich als Vortragsaal für spannende Vorträge genutzt. Einerseits gab es internationale Beiträge: Dr. Marco Stefanini berichtete von der Rebzüchtung in Italien, während Hansjörg Hafner den Südtiroler Weinbau beleuchtete. Im Anschluss kam es zur Unterzeichnung einer Forschungs-Kooperationsvereinbarung mit dem Universitäts-Institut für Weinbau und Önologie in Budapest. Andererseits berichteten aus der Schule die Rebzüchter Ferdinand Regner von den historischen Züchtungserfolgen in Klosterneuburg (Zweigelt, Roesler, Seifert, Rathay, Donauriesling, Donauveltliner, Pinot nova) und DI Robert Hack von den modernen Methoden der Rebzüchtung. Auf die Herausforderungen der Pflanzenschutzforschung ging Monika Riedle-Bauer ein.