Die vergangenen Monate waren von stark steigenden Betriebsmittelkosten geprägt: Neben hohen Preisen für Dünger, Verpackung, Transport etc. hat insbesondere der deutliche Anstieg der Treibstoffkosten die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft massiv unter Druck gesetzt. Da es im landwirtschaftlichen Bereich kaum Alternativen zu dieselbetriebenen Maschinen gibt, trifft diese Entwicklung die Betriebe besonders stark.
„Die Budgeteinigung zeigt, dass die Bundesregierung die berechtigten Anliegen der Bäuerinnen und Bauern verstanden hat. Trotzdem braucht es bessere Entwicklungen auf den Märkten. Die massiven Kostensteigerungen bei Energie, Treibstoff und Dünger können bei den schwierigen budgetären Voraussetzungen der öffentlichen Haushalte nicht vollständig durch öffentliche Mittel ausgeglichen werden“, stellte Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, im Hinblick auf die in vielen Bereichen auseinanderklaffende Preis-Kosten-Schere klar.
Die Weiterführung des Agrardiesels für 2027 und 2028 ist ein wichtiger Schritt zur Entlastung der bäuerlichen Betriebe in Österreich. Aus Sicht der Landwirtschaftskammer Niederösterreich ist das ein wichtiger Beitrag zur Unterstützung der Land- und Forstwirtschaft in einer wirtschaftlich angespannten Situation. Die Einigung in den Budgetverhandlungen auf eine Weiterführung der steuerlichen Entlastung beim Agrardiesel für die Jahre 2027 und 2028 ist ein wichtiges Signal für die heimische Land- und Forstwirtschaft. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich hat die Beibehaltung des Agrardiesels als Ausgleich für die hohen Betriebsmittelkosten stets konsequent eingefordert. „Gerade in der aktuellen Situation dürfen unsere Betriebe nicht zusätzlich belastet werden. Der Agrardiesel ist notwendig, um Wettbewerbsnachteile der österreichischen Bäuerinnen und Bauern im EU-Vergleich zu vermeiden“, betont Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Steigende Betriebsmittelkosten, zunehmende Klimarisiken und neue regulatorische Anforderungen stellen die land- und forstwirtschaftlichen Familienbetriebe weiterhin vor große Herausforderungen. Die derzeitige Trockenheit zeigt einmal mehr den steigenden Handlungsbedarf bei Investitionen in Wasserinfrastruktur und funktionierende Risikoinstrumente wie Dürreversicherungen.
„Unsere Landwirte stehen unter enormem Druck“, so LK-Burgenland-Präsident Nikolaus Berlakovich. Wenn sich Produktion nicht mehr rechnet, werden Flächen stillgelegt – das sehen wir bereits in Teilen Europas. Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung – hier ein Dank an Bundesminister Norbert Totschnig – jetzt die richtigen Maßnahmen setzt. Der Agrardiesel ist dabei ein zentraler Schritt, damit unsere Betriebe auch in Zukunft wirtschaftlich arbeiten und die Bevölkerung mit regionalen Lebensmitteln versorgen können.“