Fachmesse Austro Vin 2026

Weinbautechnik in Tulln zum Angreifen

Ein Artikel von DI Walter Kaltzin | 12.02.2026 - 15:02
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Rund 9.400 Fachbesucher fanden Ende Jänner den Weg zur Tullner Spezialmesse – besonders am Donnerstag herrschte vielerorts dichtes Gedränge © W. Kaltzin

Die Erwartungen im Vorfeld der Messe waren etwas gedämpft. Hohe Produktionskosten und ein schwächelnder Weinkonsum national wie international belasten die Weinbranche nun schon längere Zeit.

Dennoch zeigen die Besucherzahlen die Relevanz dieser Spezialmesse für die Wein- und Obstbaubranche. Dementsprechend zeigte sich die Messeleitung äußerst zufrieden. „Wir freuen uns über eine sehr erfolgreiche Austro Vin Tulln 2026. Qualität und Anzahl der Aussteller übertrafen alle Erwartungen. Besonders erfreulich war die hohe Besucherfrequenz. Bei den Fachbesuchern aus Österreichs benachbarten Weinbauregionen ist ein für die weitere Entwicklung der Messe entscheidender Wachstumsschritt gelungen. Dementsprechend positiv lautet das Resümee unserer Aussteller, die uns von einer guten Nachfrage auf einem sehr hohen Niveau berichteten.“, so Mag. Wolfgang Strasser, Geschäftsführer der Messe Tulln.

Die Landtechnik war seit Beginn der Messe ein wesentlicher Pfeiler der Austro Vin Tulln. Vom Club Landtechnik Austria bilanzierte Obmann Ing. Rudolf Dietrich ebenfalls positiv: „Die Austro Vin Tulln hat sich innerhalb kurzer Zeit als führende Fachmesse für Obst- und Weinbau etabliert. Das Konzept, das die gesamte Wertschöpfungskette von der Rebe bis zur Kellereitechnik inklusive Robotik abbildet, wurde von den Besuchern sehr gut angenommen. Darüber hinaus hat die Austro Vin die Trends und Innovationen im Obst- und Weinbau präsentiert. Die Austro Vin Tulln ist auf dem besten Weg, die Fachmesse für Mitteleuropa und den CEE-Raum zu werden.“

Stellvertretend für eine Vielzahl positiv resümierender Aussteller die Worte von Ing. Dominik Widhalm, dem Geschäftsführer der Hammerschmied GmbH: „Wir sind mit der Austro Vin Tulln äußerst zufrieden – nicht nur wegen der hohen Besucherfrequenz, sondern vor allem wegen der Qualität der Fachbesucher. Für uns ist sie die einzige und zugleich wichtigste Messe im Weinbau, weshalb wir auch 2028 wieder vertreten sein werden.“

Mehr als nur Messe

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Am Samstagnachmittag kamen auf der Vortragsbühne Marketingthemen zur Sprache – das Vortragsangebot ist ein wesentlicher Teil des Messekonzept © W. Kaltzin

Wie in den Vorgänger-Ausgaben der Messe gab es an allen drei Tagen ein anspruchsvolles Rahmenprogramm. Gemeinsam mit den ideellen Trägern Östereichischer Weinbauverband und Bundesobstbauverband wurde ein hochkarätiges Vortragsangebot entwickelt. Namhafte Experten der führenden Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen Österreichs trugen zu aktuellen Fragestellungen der Branche vor. Der Bogen spannte sich von pflanzenbaulichen Themen (Bodenbewirtschaftung, Pflanzenschutz, Piwi-Sorten, Agri-Photovoltaik …) bis hin zu Themen des Marketings (Entalkoholisierung, Nachhaltigkeit, Etikettengestaltung …) bzw. obstbauspezifischen Themen.

Besonders gut angenommen wurde der Tastingcorner – ein Spiegelbild der Tatsache, dass am Wein intensiv geforscht wird. Rund 250 Personen ließen es sich nicht nehmen, Weinen aus der Forschung geschmacklich auf die Spur zu kommen. Gekostet werden konnten etwa zahlreiche Piwi-Weine, u.a. solche, die bislang noch nicht auf den Markt gekommen sind, zudem auch Weine, die teil- oder ganz entalkoholisiert wurden. Dazu Weine aus Hefevergleichen, Ansäuerungsversuchen und Bodenbewirtschaftungsvergleichen.

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Das Angebot des Tastings Corners wurde von rund 250 Personen angenommen. Zu verkosten gab es zahlreiche Piwi-Weine, teil- und ganz entalkoholisierte Weine, Weine aus Hefevergleichen, Ansäuerungsversuchen, Bodenbewirtschaftungsvergleichen und viele andere © W. Kaltzin

Innovationen vor dem Vorhang

In der Fülle der Messeaussteller kommen oft Innovation nicht ans Licht. Mit dem Austro Vin Awards bot die Messe den Ausstellern die Möglichkeit, innovative Produkte oder Dienstleistungen zum Messeaward einzureichen. Aktuelle Probleme bzw. Herausforderungen der Branche zeigen sich hier als Katalysator. Auch heuer wurden die Besten von einer bewährten Jury ausgesucht und im Anschluss der Eröffnung ausgezeichnet. Vergeben wurde der begehrte Preis in den Kategorien Weinbau, Obstbau, Kellereitechnik und Vermarktung. Eine Nachhaltigkeits-Kategorie blieb dem Weinbauverband und seiner Zertifizierungsinitiative Nachhaltig Austria vorbehalten. Den drei nach Punkten besten Mitgliedsbetrieben wurde der Austro Vin Award überreicht.

Kleines Fazit

Auch wenn die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von großen Investitionen derzeit abhalten, war das Interesse der Besucher hoch. Manche deutsche Firma war sogar über die guten Gespräche überrascht, denn in Deutschland würde es viel schlechter laufen.

Die Sieger der Austro Vin Awards werden auf den nächsten Seiten vorgestellt. Herausforderungen wie der Klimawandel, Personalmangel oder Veränderungen im Konsumverhalten sind oftmals die treibende Kraft hinter aktuellen Innovationen. Was auf der Messe aufgefallen ist, zeigt ein ausführlicher Messebericht in der März-Ausgabe.

Die nächste Ausgabe der Austro Vin findet Anfang Feber 2028 statt, der zweijährige Turnus wird damit beibehalten.