OeWM_Anna-Stoecher_weintaufe2026-1793_jpg.jpeg

Um den Taufwein „Mit Leib und Seele“ versammelt (v. l.): Stefan Kast (Direktor des Österr. Weinbauverbands), Johannes Schmuckenschlager (Österr. Weinbaupräsident), Chris Yorke (Geschäftsführer ÖWM), Norbert Walter (Wiener Weinbaupräsident), Mathias Beranek (Weingut Beranek, Taufwein 2026), Katharina II (Wiener Weinkönigin), Michael Ludwig (Wiener Bürgermeister), Barbara van Melle (Bacchuspreisträgerin 2026), Stephan Pernkopf (NÖ Landeshauptfrau-Stellvertreter), Maria IV (Österr. Weinkönigin), Norbert Totschnig (Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft), Toni Faber (Wiener Dompfarrer) © ÖWM/ Anna Stöcher

Bundesweintaufe und Bacchuspreis 2026

Österreich begrüßt einen außergewöhnlichen Weinjahrgang

Ein Artikel von Redaktion | 04.11.2026 - 13:14

Die Bundesweintaufe zählt zu den wichtigsten gesellschaftlichen Veranstaltungen der heimischen Weinwirtschaft. Neben der feierlichen Weintaufe bot der Abend Raum für Begegnungen, Gespräche und den Austausch über aktuelle Entwicklungen im österreichischen Weinbau. Durch den festlichen Abend führte Bundesweinkönigin Maria IV. (Maria Liegenfeld). Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der neue Weinjahrgang, der schon im Vorfeld für Gesprächsstoff gesorgt hatte.

„Das Weinjahr 2026 war für unsere Winzerinnen und Winzer sehr herausfordernd. Gerade unter schwierigen Witterungsbedingungen wie der heurigen Trockenheit zeigt sich, wie viel Erfahrung, Fachwissen und Fingerspitzengefühl im heimischen Weinbau stecken. Auch wenn die Erntemenge geringer ausgefallen ist, stimmt uns die hohe Qualität der Trauben zuversichtlich“, so Johannes Schmuckenschlager, Präsident des Österreichischen Weinbauverbands.

Bacchuspreis für Barbara van Melle

Neben dem Wein stand eine besondere Ehrung im Mittelpunkt des Abends: der Bacchuspreis, mit dem seit mehr als fünf Jahrzehnten Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich in besonderer Weise um den österreichischen Wein verdient gemacht haben. Die Wahl fiel heuer auf die Journalistin, Autorin und Kulinarikexpertin Barbara van Melle, die sich seit vielen Jahren für handwerklich erzeugte Lebensmittel, regionale Produzenten und die österreichische Genusskultur einsetzt.

Besonders prägend war ihr Engagement für den Wiener Gemischten Satz: Als Pionierin der Slow-Food-Bewegung in Österreich begleitete sie dessen Aufnahme in das internationale Slow-Food-Förderprogramm „Presidio“ und machte damit auf seine kulturelle Bedeutung, die gelebte Biodiversität im Weingarten sowie die Arbeit der Wiener Winzer aufmerksam. Mit ihrer Arbeit hat sie wesentlich dazu beigetragen, das Bewusstsein für Herkunft, Qualität und kulinarisches Handwerk zu stärken.

„Barbara van Melle versteht es wie kaum eine andere, Genuss, Handwerk und Herkunft miteinander zu verbinden. Mit ihrer Arbeit hat sie dazu beigetragen, die Geschichte, die Vielfalt und die Qualität des österreichischen Weins, im Speziellen des Wiener Gemischten Satzes, einem breiten Publikum näherzubringen und seine Bedeutung weit über die Landesgrenzen hinaus sichtbar zu machen“, so der Wiener Weinbaupräsident Norbert Walter in seiner Laudatio.

Unter großem Applaus nahm Van Melle die Auszeichnung entgegen, bevor Dompfarrer Toni Faber den Bundeswein 2026 segnete. Der Frührote Veltliner stammte von Weinbau Beranek aus Wien und wurde von Barbara van Melle auf den Namen „Leib und Seele“ „getauft“.

OeWM_Anna-Stoecher_weintaufe2026-1642_jpg.jpeg

Verleihung des Bacchuspreises 2026 an Barbara van Melle (v. l.): Chris Yorke (Geschäftsführer ÖWM), Johannes Schmuckenschlager (Österreichischer Weinbaupräsident), Barbara van Melle und Norbert Walter (Wiener Weinbaupräsident. © ÖWM/ Anna Stöcher

Lobesworte für Josef Glatt

Zahlreiche Wegbegleiter nutzten die Gelegenheit, um Josef Glatt für seinen jahrzehntelangen Einsatz für den österreichischen Weinbau zu danken. Nach 32 Jahren als Direktor des Österreichischen Weinbauverbands verabschiedete er sich Ende Oktober in den Ruhestand.

„32 Jahre lang hat Josef Glatt den österreichischen Weinbau nicht nur begleitet, sondern mit großer Leidenschaft, Weitblick und persönlichem Einsatz entscheidend geprägt. Er hat sich für die Anliegen unserer Winzerinnen und Winzer stets starkgemacht, Menschen zusammengebracht und wichtige Weichen für die erfolgreiche Entwicklung unserer Weinwirtschaft gestellt. Mit seiner fachlichen Kompetenz und seiner verbindenden Art war er ein verlässlicher Ansprechpartner und geschätzter Wegbegleiter. Für seinen unermüdlichen Einsatz und die persönlichen Verdienste um den österreichischen Weinbau gebühren Josef Glatt unser aufrichtiger Dank und unsere höchste Anerkennung“, hob Bundesminister Norbert Totschnig das langjährige Engagement von Glatt in seiner Laudatio hervor.

OeWM_Anna-Stoecher_weintaufe2026-1591_jpg.jpeg

Josef Glatt erhielt das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (v. l.): Johannes Schmuckenschlager (Österreichischer Weinbaupräsident), Michael Ludwig (Wiener Bürgermeister), Josef Glatt (Direktor des Österreichischen Weinbauverbands bis Oktober 2026), Norbert Totschnig (Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft), Stephan Pernkopf (Niederösterreichischer Landeshauptfrau-Stellvertreter) © ÖWM/ Anna Stöcher