EU-Weinmarkt

Kleine EU-Ernten bremsen den Preisdruck

Ein Artikel von Redaktion | 06.10.2026 - 14:08

Auch 2026 fallen die Ernten in den großen Weinbauländern nach ersten Schätzungen überschaubar aus. Für Spanien werden rund 35 Mio. hl erwartet. Das wäre etwas mehr als im Vorjahr, aber weiterhin deutlich weniger als die üblichen 40 bis 44 Mio. hl. Italien dürfte mit rund 41 Mio. hl um fast 8 % unter dem Vorjahresergebnis bleiben. In Frankreich werden etwa 34 Mio. hl erwartet, das sind rund 6 % weniger als 2025 und sogar 17 % unter dem fünfjährigen Mittel.

Schwache Nachfrage

Die größere Herausforderung bleibt allerdings die Nachfrageseite. Seit dem kurzen Aufschwung nach der Corona-Pandemie beschleunigt sich der Rückgang des Weinkonsums in der EU. In Spanien sank der Verbrauch in den zwölf Monaten bis Juni 2026 um 7,2%. Deutschland verzeichnete im ersten Halbjahr ein Mengenminus von 4,4 %, wobei deutsche Weine mit minus 5,7 % stärker verloren als ausländische mit minus 3,4 %. In Frankreich gingen die Umsätze mit Stillwein im Handel um 5,1 % zurück. Italien kam 2025 noch auf rund 21 Mio. hl bzw. 36 Liter Weinkonsum je Einwohner.

Zusätzlich belasteten die sommerlichen Hitzewellen den Absatz. In Deutschland brachen die Weinverkäufe allein im Juni um 17 % ein. Die Auswirkungen hoher Temperaturen auf den Weinkonsum scheinen dabei über die eigentlichen Hitzeperioden hinaus anzuhalten. Damit bleibt der strukturell sinkende Konsum die zentrale Herausforderung für den europäischen Weinmarkt.