Derzeit ist die Applikation von Pflanzenschutzmitteln mittels Drohnen noch nicht zugelassen. Aus diesem Grund besteht das Hauptziel des Projekts darin, die rechtlichen und verfahrenstechnischen Grundlagen für den Einsatz von Sprühdrohnen zu schaffen, um anschließend ein entsprechendes Zulassungsverfahren beim BAES (Bundesamt für Ernährungssicherheit) einreichen zu können.
Versuch in den Terrassen-Weingärten
Der Versuch fand auf einer Steillage des Weinguts Hirtzberger in der Wachau statt, wo der Pflanzenschutz überwiegend in Handarbeit erfolgt. Über die gesamte Vegetationsperiode wurden vom Austrieb bis zum Traubenschluss in mehreren Behandlungen entsprechende Pflanzenschutzmittel mit Sprühdrohnen ausgebracht und wissenschaftlich begleitet.
Im Fokus des Projekts stehen unter anderem die Abdrift, die Benetzungsqualität, die Wirksamkeit im Vergleich zur manuellen Ausbringung, technische Kennzahlen sowie wirtschaftliche Aspekte. Die Ergebnisse werden nach Abschluss der Vegetationsperiode ausgewertet und sollen als Grundlage für zukünftige Regelungen dienen.
Wesentliche Vorteile zu erwarten
Christian Redl, Innovation Farm Standortleiter Klosterneuburg: „Mit diesem Use Case schaffen wir erstmals eine wissenschaftlich fundierte Grundlage, um das Potenzial von Sprühdrohnen im Weinbau objektiv bewerten zu können. Die Ergebnisse sollen Praxis und Behörden als Entscheidungsgrundlage dienen. Durch die Zusammenarbeit mit Vinea Wachau, dem Weingut Hirtzberger, Kwizda Agro und Certis Belchim haben wir perfekte Rahmenbedingungen für dieses spannende und zugleich wichtige Projekt geschaffen. Zur Kartierung und zur Ausbringung von Düngemitteln sind Drohnen in der Landwirtschaft bereits im Einsatz. Die große Chance für die Drohnentechnologie sehen wir vor allem auch im Pflanzenschutz, da wir jetzt schon wesentliche Vorteile nach den ersten Einsätzen erkennen können.“
Seit dem Frühjahr läuft zudem ein Pilotprojekt im Bio-Marillenanbau, bei dem ein objektiver Vergleich zwischen der betriebsüblichen Ausbringung und der Applikation mittels Drohne durchgeführt wird. Auch dieses Projekt wird vom IF-Standort Klosterneuburg wissenschaftlich begleitet.
Zur Innovation Farm
Die Innovation Farm, mit den Standorten Klosterneuburg, Wieselburg, Raumberg-Gumpenstein und Mold, bündelt die Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung, um eine umweltgerechte Weiterentwicklung der Landwirtschaft mit Hilfe neuer Technologien zu fördern. Aufgabe ist dabei die praktische Erprobung, Optimierung und Vermittlung von modernen, technischen Entwicklungen, Produkten und Konzepten in der Innenwirtschaft (Tierhaltung) als auch der Außenwirtschaft (Ackerbau, Grünland, Sonderkulturen). Deren Aufgaben ist es, den Nutzen neuer technischer Lösungen herauszuarbeiten und den Zugang für Landwirte zu erleichtern.
Mit Unterstützung von Bund, Ländern und Europäischer Union.
Die Autoren
DI Dr. Andreas Harm und DI Christian Redl, 0664/1638064, christian.redl@weinobst.at