Wenn die Vorschätzungen der amtlichen Schätzer (ausgewählte Winzer) stimmen, dürfte es gegenüber 2025 ein Ernteminus von rund 33 % geben. Im Vergleich zum fünfjährigen Durchschnitt entspricht das einem Minus von 28 %. Ein detaillierter Blick auf die Ergebnisse der Bundesländer offenbart allerdings äußerst unterschiedliche Entwicklungen.
Während die Steiermark mit 231.000 hl in etwa auf Vorjahresniveau liegt (Durchschnittsertrag rund 47 hl/ha) und das Burgenland mit 450.000 hl auf ein Minus von 23 % blickt (Durchschnittsertrag 42 hl/ha), dürfte das Ertragsminus in Niederösterreich bei 41 % liegen (Durchschnittsertrag 39 hl/ha). Auch hier lohnt ein vertiefender Blick.
Großer Verlierer gegenüber dem Vorjahr ist mit einem Minus von 45% das mengenmäßig bedeutende Weinviertel. Üblicherweise liegen dort die durchschnittlichen Erträge in der Größenordnung von über 60 hl/ha, heuer dürften es lediglich 41 hl/ha sein.
Das hat auch Auswirkungen auf die Verteilung von Weiß- und Rotwein. Der Anteil der Weißweinproduktion sinkt – entgegen der Marktnachfrage – auf unter 70 %. Erste Auswirkungen zeigen sich bereits: Eine steigende Nachfrage nach Grünem Veltliner führt zu einem Preisauftrieb bei Österreichs Nationalsorte.
Die amtliche Statistik weist im Übrigen eine ertragsfähige Rebfläche von 42.044 ha aus. Das sind rund 400 ha weniger als im fünfjährigen Durchschnitt.