Le Austian Wine-Pop-Up in Paris

Chancen durch Pop-up-Weinveranstaltungen?

Ein Artikel von Chris Sciacca, Robert Bormuth | 19.03.2026 - 10:18
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Unverbindliches Kennenlernen in entspannter Atmosphäre: Das Wein-Pop-Up in Paris bot Interessierten einen gemütlichen Rahmen, um mehr über österreichische Weine und Weinmacher zu erfahren. © Chris Sciacca

Ziel von „Le Austrian Wine Pop-Up“ war nicht, österreichische Weine mit den französischen zu vergleichen, sondern Alternativen zu präsentieren. Schließlich ist Frankreich mit 23 Millionen Hektolitern der zweitgrößte Weinmarkt der Welt, und dennoch werden weniger als 1 % der österreichischen Weine in dieses Land importiert.

Das Pop-up, initiiert von Chris Sciacca (Kapitel Zwei Wine), sollte sich von typischen Weinveranstaltungen wie der Paris Wine Expo oder Raw Wine unterscheiden. Zunächst entschieden sich die Veranstalter dafür, es in einem trendigen Café in einem angesagten Viertel zu veranstalten, das zwischen Boutiquen, Kunstgalerien und Boulangerien liegt. Die zentrale Lage war von Bedeutung, um Hemmschwellen zu beseitigen und eine jüngere Zielgruppe anzusprechen – ganz im Gegensatz zu dem Gedränge auf einer Messe, wo man sich erst einmal einen Platz erkämpfen muss, um ein Glas Wein zu bekommen, während man gleichzeitig versucht, den Erklärungen des Winzers zur Weinmachung zu lauschen. Bei der Pop-up-Veranstaltung konnten die Gäste stundenlang sitzen bleiben, so viele Fragen stellen, wie sie wollten, sich dabei entspannt zurücklehnen und jeden der zwei Dutzend Weine auf der Karte mit etwas Brot und Käse probieren. Des Weiteren war die Verkostung auf Trinkgeldbasis und somit leicht zugänglich, insbesondere für junge Pariser.

Das erste Pop-up im Jahr 2025 erwies sich als voller Erfolg: Insgesamt 518 Gäste – von Studierenden über Sommeliers bis hin zu Vinothekaren und Händlern – nahmen teil. Darüber hinaus konnten nachhaltige und internationale Geschäftsbeziehungen geknüpft werden, etwa für das Weingut Hoch mit Partnern in Großbritannien. Im vergangenen Februar kehrte der Veranstalter mit Unterstützung der ÖWM für eine zweite Runde zurück. 

Vom 1. bis 21. Februar 2026 nahmen 49 Weingüter an der zweiten Ausgabe des Wein-Pop-ups in Paris teil. Das Pop-Up war täglich von 18 Uhr bis Mitternacht geöffnet, und bot Weinexperten sowie Verbrauchern die Möglichkeit, 63 verschiedene Weine zu verkosten – im Wesentlichen kostenlos und diesmal mit der zusätzlichen Option, Flaschen direkt vor Ort kaufen zu können. Die Winzer selbst hatten dabei eine kleine Teilnahmegebühr zu zahlen und stellten ihre Weine für die Verkostung zur Verfügung. Die ÖWM unterstützte die Veranstaltung durch die Übernahme für die Kosten der Kaffeehausmiete und den Versand der Weine.

Jede Woche wurde ein neues Menü präsentiert, und die Weine wurden von den Veranstaltern, Winzern, dem internationalen Weinjuroren Darrel Joseph sowie Studenten der Fachhochschule Krems ausgeschenkt. Die Mitarbeiter waren bestmöglich über die Weine der Woche informiert und fügten persönliche Anekdoten und Geschichten über jeden der Winzer hinzu. Bei den Gästen wurde die Kombination aus Weinwissen, Witz und Begeisterung sehr gut angenommen und durch sehr gute Umsätze beim Flaschenweinverkauf gedankt. „Das ist bei weitem die beste Art und Weise, neue Weine, Weinregionen und ihre Menschen kennenzulernen, die ich je erlebt habe. Gut gemacht, Österreich,” kommentierte ein Besucher.

So konnten im Zuge der 21 Öffnungstage an 509 Gäste 411 Flaschen im Wert von fast 10.000 Euro verkauft werden. Durchschnittlich kauften die Kunden um 50 Euro Wein ein. Dabei gingen 100 % der Einnahmen aus dem Pop-up-Store zurück an die teilnehmenden Weingüter. Die Nachfrage war sowohl bei Orange- als auch nach Rotweinen besonders stark. Das Marketing erfolgte über Instagram und Mundpropaganda und war dank der aktiven österreichischen Community in Paris, darunter die österreichische Botschaft, Österreich Tourismus und das Kulturforum Paris, sehr erfolgreich.

Die Veranstalter hoffen, den Erfolg in Paris später in diesem Jahr in Kopenhagen wiederholen zu können und einen Beitrag dazu zu leisten, die Weinbranche zu beleben. Zudem sprach ein niederländischer Importeur eine Einladung nach Rotterdam aus.