Das Übel beginnt damit, dass nicht zwischen moderatem Weinkonsum und Alkoholmissbrauch unterschieden wird. Moderater Weinkonsum wirkt sich definitiv positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus und senkt das Sterblichkeitsrisiko nachhaltig. Durch Alkoholmissbrauch wird dieser Vorteil allerdings zum Nachteil. Das zeigen wissenschaftliche Studien in Europa.
Alkoholgegner negieren Studien
Studien, die einen positiven Effekt von moderatem Alkoholkonsum nachweisen, werden versteckt bzw. ignoriert. Noch schlimmer ist es, wenn durch Weglassen von Detailergebnissen Aussagen ins Gegenteil verkehrt werden. Wenn – wie bei der unten stehenden Grafik ersichtlich – die Werte von Ex-Trinkern und Personen mit lebenslanger Abstinenz einfach weggelassen/verschwiegen werden, kann der Eindruck entstehen, dass Alkohol schon in geringsten Mengen das Sterblichkeitsrisiko erhöht. Dabei haben die beiden „verschwiegenen“ Personengruppen das höchste Sterblichkeitsrisiko!
Präventivmediziner Scholl, Facharzt für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Sportmedizin, kritisiert diese Vorgangsweise – sehr vornehm – als „wissenschaftlich unsauber“. Die bedenkliche WHO-Schlussfolgerung: „Es gibt kein sicheres Maß an Alkoholkonsum“ oder radikal formuliert: „Jeder Tropfen Alkohol ist Gift“, ist einfach falsch.
Mit der von vielen Medien wiederholten negativen Aussage zu Alkohol, kommt es laufend zum Alkoholbashing und zu massiven Rückgängen beim Alkoholkonsum. Das ist nur der Anfang einer mehrstufigen Kettenreaktion.
Alkohol ist nicht gleich Alkohol
Eine aktuelle und methodisch ausgezeichnete Arbeit aus England (2024, Lan Shao u.a., veröffentlicht im Fachmagazin „Medicine“), mit über 500.000 Teilnehmern, zeigt eindrucksvoll die positiven Effekte von moderatem Alkoholkonsum.
Das Fazit dort: „Rotwein, Weißwein und Bier unterhalb der jeweiligen Schwelle waren mit einem niedrigeren Risiko für Tod, chronische Nierenerkrankung und koronare Herzerkrankungen assoziiert. Die sichere Dosis für Alkohol sollte kleiner 11 bzw. 10 g/Tag sein bzw. 7(♂)/6(♀) Gläser Rotwein oder 5 Gläser Weißwein pro Woche sein. Diese Dosierungen zeigten protektive Effekte hinsichtlich Diabetes, Demenz, Epilepsie, Leberzirrhose und gastrointestinale Erkrankungen, während keine erhöhte Krebs-Inzidenz auftrat!“
Diese Grafik zeigt, wie in Studien durch Weglassen von wichtigen Details das Ergebnis auf den Kopf gestellt wird. Wenn die Extrinker und die lebenslangen Abstinenten in der Darstellung des Ergebnisses weggelassen werden, fehlt die Aussage, dass diese beiden Gruppen das höchste Sterblichkeitsrisiko aufweisen. Sowohl was die Herzkreislaufkrankheiten betrifft (linke Hälfte der Grafik) als auch die Gesamtsterblichkeit (rechte Hälfte). Die Extrinker (Alkoholmissbrauch) sind bereits geschädigt und die Abstinenten verzichten auf die positive gesundheitliche Wirkung von moderatem Alkohol- bzw. Weinkonsum. Betrachtet man weiters die Art des Alkohols, wird deutlich, dass Wein im Vergleich zu anderen Alkoholarten deutlich mehr positive Aspekte einbringt und für ein längeres Leben im Durchschnitt sorgt.