Australien kämpft mit Überschüssen

Mehr Billigwein im Export und Rebflächenverkleinerung

Australiens Weinwirtschaft kämpft gegen ein massives Überschussproblem an. Nach Einschätzung von Caroline Gunning-Trant vom nationalen Amt für Land- und Rohstoffwirtschaft (Abare) wird der Preis für Keltertrauben in den nächsten vier bis fünf Jahren im Keller bleiben. Hohe Ernten und ein verschärfter Wettbewerb auf dem Weltmarkt seien die Ursachen. Trotz Plänen zur Verringerung der Rebfläche rechnet die Expertin in den beiden kommenden Jahren mit einer Traubenernte von rund 1,8 Mio. t.

Die australische Weinindustrie versucht verstärkt, die Überschüsse durch Billigangebote auf dem internationalen Markt abzusetzen. Der Anteil von nicht abgefülltem Tankwein am gesamten Weinexport kletterte 2009 um 13 % auf 39 %. Die ausgeführte Menge konnte somit um 9 % auf 764 Mio. Liter gesteigert werden. Der Durchschnittserlös für 1 Liter Wein sank durch die Billigtaktik im Export jedoch um 16 % auf umgerechnet 1,98 €.

Auch der australische Bier- und Weingigant Foster’s meldete kürzlich einen Gewinnrückgang in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2009/10 um knapp 14 %. Besonders schwierig verlief das Geschäft mit den Rebensäften in Australien und Neuseeland. Darum sollen 21 von 36 Weingütern der weltweit agierenden Gruppe verkauft werden. Foster’s will sich auf die besten Marken dieser Sparte konzentrieren, darunter Penfolds und Wolf Blass.
Autor:
red.
11.03.2010 10:01