Rebzikaden und ihre Folgen

Steirischer Landesweinbautag

Was für die Erwerbsobstbauern der "Feuerbrand" könnte für die Weinbauern die "Rebzikade" bedeuten. Gleich mehrere Referenten haben sich in Silberberg beim Landesweinbautag mit dieser Thematik auseinandergesetzt.
Mag. Helga Reisenzein von der AGES/Wien stellte einen Bericht über die Entwicklung und das optische Aussehen der vorkommenden Zikadenarten sowie den aktuellen Stand an Maßnahmen für 2010 in den Mittelpunkt. Die Bekämpfung sei derzeit durch Insektizideneinsatz, der Unkrautbekämpfung (insbesondere die Ackerwinde) und Rodung von Waldreben möglich. Auch stellt der Rückschnitt der Reben nach Befall durch Stolbur eine mögliche Bekämpfungsmaßnahme dar.

Slowenien auch betroffen
Da das südliche Nachbarland Slowenien ebenfalls die Rebzikade im grenznahen Raum registriert hat, versuchte Mag. Joze Miklavc aus Maribor (Beratungsinstitut) den dortigen Stand darzulegen. So wurde bereits 1983 an der italienischen Grenze die erste Verbreitung der Amerikanischen Rebzikade beobachtet. 2006 gab es in einigen Weingärten ein verstärktes Auftreten der Rebzikade und den ersten Befall. In jüngster Zeit wurden in Slowenien elf neue Befallsgebiete mit Flavescence dorée beobachtet. Die Strategie für 2010: Die Früherkennung, genaues Monitoring, Pflege eines intensiven Erfahrungsaustauschs mit dem steirischen Weinbau und verpflichtend Bekämpfungsmaßnahmen vorschreiben und diese auch kontrollieren.

Mehr Bestandskontrollen
Einen sehr praxisnahen Befund über die Vergilbungskrankheiten und deren Bekämpfung gab Dr. Helmut Redl, Universität für Bodenkultur. Sein Appell an die Weinbauern: Böschungen und deren Unkrautentwicklung sowie den Unterwuchs im Weingarten vor allem im Bereich der Weinstöcke mehr Beachtung schenken. Reberziehung und Laubgestaltung muss künftig besonderes Augenmerk geschenkt werden. Weiters nur absolut gesundes Rebmaterial verwenden und dieses nicht zu dicht pflanzen. Ebenso sollte die Pflege der Umfeld-Vegetation im Auge behalten werden. "Eine weitere Maßnahme die nichts kostet", so der Referent: "Augen auf, mehr Bestandskontrollen und öfters vom Traktor absteigen sowie die Anlagen kontrollieren, so Dr. Redl in seinem viel beachteten Referat.

Goldenes Ehrenzeichen

Müller-Walter.jpg © Archiv Ein Höhepunkt des Landesweinbautages in Silberberg war die Überreichung des goldenen Ehrenzeichens des Landesweinbauverbandes an den Weinbaupionier Weinbaumeister Walter Müller aus Klöch, und zwar für seine großen Verdienste auf Orts-, Landes- und Bundesebene.
05.03.2010 09:30