Strukturschwäche im Mengensegment
Die heurige Weinernte scheint eine der kleinsten seit vielen Jahren zu werden. Geringer Traubenansatz und schlechte Blüte in den großen Weinländern Niederösterreich und Burgenland lassen eine Ernte erwarten, die deutlich unter 2 Mio. Hektoliter liegt. Eine derart kleine Ernte war zuletzt 1997 zu verzeichnen (1,8 Mio. Hektoliter). Wie immer in solchen Jahren, auch angesichts der relativ kleinen Ernte 2009, wird es zu einer Überhitzung des Traubenmarktes kommen, da viele gut etablierte Selbstvermarkter verstärkt nach Trauben suchen, um ihre Märkte bedienen zu können. Die Traubenpreise steigen dabei natürlich, doch in Anbetracht des Hektarertrages im heurigen Jahr hat der Produzent nicht allzu viel davon. Auf der Strecke bleiben die großen Traubenaufkäufer, die davon abhängig sind, am freien Markt Trauben zu bekommen. Diese fehlenden Weinmengen gehen dann auf Kosten der österreichischen Weinlistungen in der Preiseinstiegsklasse vor allem im deutschen Lebensmittelhandel, die aber ohnehin vielfach aufgrund der Qualität sowie aufgrund des Preisniveaus sehr kritisch betrachtet werden.
Rückgang an Traubenproduzenten
Bei diesen Listungen geht es zumeist um Eigenfüllungen der Importeure und Handelsketten, wobei für die Listung allein der Preis ausschlaggebend ist. Diese Schiene ist aber
auf Dauer nicht haltbar, denn sie ist einerseits imageschädigend und führt andererseits zu immer schwächerer Wertschöpfung in der Traubenproduktion. Ein Rückgang der Traubenproduktion und damit ein Wegbrechen der Rohstoffbasis für die wenigen großen Betriebe Österreichs ist die unvermeidliche Folge. Dieser Rückgang der Traubenproduktionsbetriebe ist derzeit schon deutlich feststellbar. Wie bereits in der letzten Ausgabe an dieser Stelle ausgeführt, gab es in den letzten 10 Jahren einen starken Rückgang an Kleinstweingartenbesitzern oder auslaufenden Betrieben, die allesamt am freien Traubenmarkt angeboten haben und jetzt ausgelaufen sind. Das ist schade, denn neben den Preiseinstiegsweinen sind in Österreich gerade in den letzten Jahren einige sehr interessante, moderne Markenweine entstanden (z. B. Flat Lake).
Auch einige österreichische traditionsreiche Großbetriebe (Lenz Moser, Winzer Krems u. a.) können sich im Export immer besser etablieren. Aufgrund der Kostensituation muss sich der österreichische Wein auch im Mengengeschäft im Lebensmittelhandel in den nächsten Jahren einfach höher positionieren. Dazu ist es notwendig, dass die großen Betriebe noch stärker als bisher eine Produktpyramide mit signifikanten Verkaufsmengen im Endverbraucher-Preisbereich zwischen 3 und 10 € aufbauen. Hier gibt es gerade in den letzten Monaten vor allem auf dem deutschen Markt überraschend positive Entwicklungen, die durch fehlendes Traubenangebot nicht von Beginn an wieder zum Scheitern verurteilt sein sollen. Auch aus Sicht der ÖWM ist die Etablierung moderner Marken durch unsere Großbetriebe im Popular-Premium- und Premium-Bereich des Lebensmittelhandels (4,99–6,99 €) unbedingt erforderlich. Dazu sind aber qualitätsorientierte Traubenproduktionskonzepte mit niedrigen Kosten (rationelle und großteils maschinelle Traubenproduktion) notwendig. Doch wenn es den Traubenaufkäufern nicht gelingt, wie bereits im letzten Der Winzer an dieser Stelle festgehalten, mit attraktiven Traubenabnahmeverträgen Traubenproduzenten an sich zu binden, dann werden sie in nicht allzu ferner Zeit ohne Trauben dastehen. Diese Tatsache ist eines der größten Strukturprobleme der Weinwirtschaft. Es muss gelingen, durch attraktive Angebote landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe, die aufgrund des hohen Mechanisierungsgrades in der Ackerwirtschaft Potenzial haben, zu überzeugen, zusätzlich einige Hektar Wein zu bewirtschaften. Aber es geht auch um Nebenerwerbsbetriebe, die sich aufgrund attraktiver Angebote überzeugen lassen, im Nebenerwerb ihre Weingärten weiterzuführen und nicht zu roden oder zu verkaufen.
Auch einige österreichische traditionsreiche Großbetriebe (Lenz Moser, Winzer Krems u. a.) können sich im Export immer besser etablieren. Aufgrund der Kostensituation muss sich der österreichische Wein auch im Mengengeschäft im Lebensmittelhandel in den nächsten Jahren einfach höher positionieren. Dazu ist es notwendig, dass die großen Betriebe noch stärker als bisher eine Produktpyramide mit signifikanten Verkaufsmengen im Endverbraucher-Preisbereich zwischen 3 und 10 € aufbauen. Hier gibt es gerade in den letzten Monaten vor allem auf dem deutschen Markt überraschend positive Entwicklungen, die durch fehlendes Traubenangebot nicht von Beginn an wieder zum Scheitern verurteilt sein sollen. Auch aus Sicht der ÖWM ist die Etablierung moderner Marken durch unsere Großbetriebe im Popular-Premium- und Premium-Bereich des Lebensmittelhandels (4,99–6,99 €) unbedingt erforderlich. Dazu sind aber qualitätsorientierte Traubenproduktionskonzepte mit niedrigen Kosten (rationelle und großteils maschinelle Traubenproduktion) notwendig. Doch wenn es den Traubenaufkäufern nicht gelingt, wie bereits im letzten Der Winzer an dieser Stelle festgehalten, mit attraktiven Traubenabnahmeverträgen Traubenproduzenten an sich zu binden, dann werden sie in nicht allzu ferner Zeit ohne Trauben dastehen. Diese Tatsache ist eines der größten Strukturprobleme der Weinwirtschaft. Es muss gelingen, durch attraktive Angebote landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe, die aufgrund des hohen Mechanisierungsgrades in der Ackerwirtschaft Potenzial haben, zu überzeugen, zusätzlich einige Hektar Wein zu bewirtschaften. Aber es geht auch um Nebenerwerbsbetriebe, die sich aufgrund attraktiver Angebote überzeugen lassen, im Nebenerwerb ihre Weingärten weiterzuführen und nicht zu roden oder zu verkaufen.
Potenzial erhalten
Es geht meiner Meinung nach einfach darum, unser Weinbaupotenzial in Österreich von rund 50.000 Hektar zu erhalten, um am internationalen Weinmarkt langfristig wahrgenommen zu werden. Und dazu bedarf es neben unseren zahlreichen guten, selbstabfüllenden und selbstvermarktenden Weinbaubetrieben, die im Inland durchaus auch bereits im Lebensmittelhandel präsent sind, auch international agierender und im Mittelpreissegment angesiedelter österreichischer Weinmarken, die in entsprechenden Mengen verfügbar sind und dadurch das Potenzial haben, im internationalen Lebensmittel- und Fachhandel gelistet zu werden.
06.09.2010 08:48